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Kosten & Honorare

Was kostet ein Steuerberater in Österreich? Preise & Beispiele 2026

Steuerberaterkosten können je nach Unternehmen stark variieren. Wir zeigen anhand österreichischer Honorarangaben, welche Preisspannen realistisch sind, was Buchhaltung und Beratung kosten und welche Faktoren den Preis beeinflussen.

16. August 202612 Min. LesezeitFinscout Redaktion

Bei den Kosten für einen Steuerberater gehen Erfahrungsberichte erstaunlich weit auseinander. Ein Selbstständiger bezahlt vielleicht knapp über 1.000 Euro im Jahr, während ein anderer mehrere Tausend Euro auf der Rechnung stehen hat – obwohl beide ihre Betreuung schlicht als „Buchhaltung und Steuererklärung" beschreiben würden.

Der Unterschied liegt oft weniger am Preisniveau der Kanzlei als am tatsächlichen Arbeitsaufwand dahinter. Ein Freelancer mit wenigen sauber aufbereiteten Belegen, einem Geschäftskonto und kaum laufenden Meldungen ist für eine Kanzlei ein völlig anderes Mandat als ein Onlinehändler mit mehreren Zahlungsanbietern, hunderten Buchungen, monatlicher UVA und Auslandsgeschäften.

Eine brauchbare Hausnummer lässt sich trotzdem nennen.

Für diesen Ratgeber hat Finscout öffentlich zugängliche Honorar- und Preisangaben österreichischer Steuerkanzleien ausgewertet. Daraus ergeben sich für typische Fälle ungefähr folgende Größenordnungen:

  • Einfaches EPU mit viel Eigenleistung: etwa 800–1.500 € netto pro Jahr
  • EPU mit laufender Buchhaltung und UVA: etwa 1.500–3.000 € netto pro Jahr
  • EPU mit höherem Buchungsvolumen oder zusätzlicher Komplexität: etwa 3.000–5.000 € netto pro Jahr
  • Kleine GmbH mit laufender Buchhaltung, Jahresabschluss und einigen Mitarbeitern: häufig etwa 4.000–8.000 € netto pro Jahr

Das sind keine amtlichen Durchschnittspreise. In Österreich gibt es keinen verbindlichen Honorartarif für Steuerberater. Seit der Aufhebung der früheren Honorargrundsätze im Jahr 2007 wird das Honorar grundsätzlich individuell vereinbart.

Die tatsächlichen Kosten hängen deshalb erheblich davon ab, was die Kanzlei übernehmen soll und wie viel Arbeit das konkrete Mandat verursacht.

Alle Preisangaben in diesem Artikel sind Nettobeträge. Auf steuerpflichtige Leistungen kommen grundsätzlich 20 % Umsatzsteuer hinzu.

Was kostet welche Leistung ungefähr?

Aus den öffentlich verfügbaren Honorarangaben ergibt sich ein recht breites Bild:

LeistungGrobe Orientierung netto
Laufende Buchhaltung bei kleinerem Umfangetwa 75–250 € pro Monat
Buchhaltung nach Buchungszeilenetwa 0,45–1,25 € pro Buchungszeile
Buchhaltung nach Zeithäufig etwa 55–120 € pro Stunde
Steuerberatunghäufig etwa 160–250 € pro Stunde
Spezial- und komplexe Steuerberatungteilweise 300–400 €+ pro Stunde
Lohnverrechnung bei Standardfällenetwa 16–35 € pro Mitarbeiter und Monat
Einfache E/A-Rechnunghäufig ab etwa 750–1.000 €
Jahresabschluss einer kleinen GmbHhäufig ab etwa 1.600–2.000 €, bei höherem Aufwand deutlich mehr
Komplette laufende Betreuung eines kleinen EPU inkl. Buchhaltung, UVA und Steuererklärungengrob 1.500–3.000 € pro Jahr
Laufende Betreuung einer kleinen GmbH inkl. Buchhaltung, UVA, Bilanz und Steuererklärungengrob 2.000–5.000 € und mehr pro Jahr, Personalverrechnung meist zusätzlich

Die Spannen sind bewusst keine „Finscout-Preisliste". Kanzleien rechnen sehr unterschiedlich ab: nach Arbeitszeit, Buchungszeilen, Mitarbeitern, fixen Monatspauschalen oder individuellen Jahrespaketen.

Gerade deshalb lohnt es sich zu verstehen, was einen Fall teuer oder günstig macht.

Warum kann die Buchhaltung 900 Euro oder 3.000 Euro im Jahr kosten?

Bei vielen kleinen Unternehmen ist die laufende Buchhaltung der größte regelmäßig wiederkehrende Kostenblock. Dabei geht es nicht einfach um die Zahl der Rechnungen.

Belegmenge und Buchungszeilen

Der offensichtlichste Faktor ist das Volumen. Ein Unternehmen mit 40 Buchungen pro Monat verursacht weniger Arbeit als eines mit 300 oder 500.

Dabei ist ein Beleg nicht automatisch eine Buchungszeile. Eine Rechnung kann beispielsweise mehrere Konten oder unterschiedliche Umsatzsteuersätze betreffen und dadurch mehrere Buchungszeilen erzeugen.

Einige Kanzleien veröffentlichen Preise von ungefähr 0,45 bis 0,75 Euro je Buchungszeile, wenn eine gewisse Vorbereitung bereits durch den Mandanten erfolgt. Andere Modelle liegen bei ungefähr 1,20 bis 1,25 Euro pro zusätzlicher Buchungszeile.

Bei 50 Buchungszeilen pro Monat fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht. Bei mehreren hundert Buchungen kann daraus über das Jahr ein erheblicher Betrag werden.

Wie gut sind die Unterlagen vorbereitet?

Zwei Unternehmen mit derselben Zahl an Rechnungen können trotzdem unterschiedlich viel kosten. Wenn Belege vollständig digital vorhanden sind, Zahlungen sauber zugeordnet werden und die Kanzlei mit strukturierten Daten arbeiten kann, reduziert das den manuellen Aufwand.

Anders sieht es aus, wenn regelmäßig

  • Rechnungen fehlen,
  • Bankbewegungen ungeklärt sind,
  • Belege nachgefordert werden müssen,
  • private und betriebliche Zahlungen vermischt werden oder
  • bei jeder Buchhaltungsperiode mehrere Rückfragen notwendig sind.

Dass dieser Unterschied auch tatsächlich verrechnet wird, zeigen öffentliche Preislisten recht deutlich: Es gibt Kanzleien, die für bereits vorbereitete bzw. vorkontierte Buchhaltung merklich weniger verlangen als für unbearbeitete Unterlagen.

Bankkonten, Kreditkarten und Zahlungsanbieter

Ein Dienstleister mit einem Geschäftskonto ist buchhalterisch meist relativ überschaubar. Ein Unternehmen kann daneben aber beispielsweise noch haben:

  • ein zweites Bankkonto,
  • Firmenkreditkarten,
  • PayPal,
  • Stripe,
  • Klarna,
  • Amazon oder andere Marktplätze,
  • Bargeschäfte oder Registrierkasse.

Diese Zahlungsströme müssen korrekt den jeweiligen Geschäftsvorfällen zugeordnet und abgestimmt werden.

Deshalb fragen Kanzleien bei der Erstellung eines Angebots häufig nicht nur nach dem Umsatz, sondern auch nach der Zahl der Bankkonten, Ein- und Ausgangsrechnungen und zusätzlichen Zahlungswegen.

Umsatzsteuer und UVA

Auch die Umsatzsteuer kann einen deutlichen Unterschied machen. Bei einem Unternehmen ohne laufende UVA-Pflicht fällt weniger regelmäßige Compliance-Arbeit an als bei einem Unternehmen, für das vier oder sogar zwölf Umsatzsteuervoranmeldungen pro Jahr erstellt, kontrolliert und übermittelt werden.

2026 gilt grundsätzlich:

  • Bis 55.000 Euro Vorjahresumsatz besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen keine laufende UVA-Abgabepflicht.
  • Über 55.000 bis 100.000 Euro Vorjahresumsatz ist die UVA grundsätzlich vierteljährlich einzureichen.
  • Über 100.000 Euro Vorjahresumsatz grundsätzlich monatlich.

Eine monatliche UVA macht die Buchhaltung deshalb nicht automatisch dreimal so teuer wie eine vierteljährliche. Die Geschäftsvorfälle müssen ohnehin verarbeitet werden. Es entstehen aber häufiger Abstimmung, Kontrolle, Fristen und Einreichungen.

Bei manchen Pauschalangeboten ist die UVA bereits in der Buchhaltung enthalten. Bei anderen Leistungen wird zusätzlicher Aufwand separat verrechnet. Deshalb sollte man bei einem Angebot immer ausdrücklich fragen:

„Ist die Erstellung und Einreichung der UVA im Buchhaltungspreis enthalten?"

Auslandsgeschäfte und besondere Sachverhalte

Auch 100 Buchungen sind nicht immer gleich 100 Buchungen. Ein österreichischer Dienstleister mit ausschließlich österreichischen Geschäftskunden ist in vielen Fällen einfacher zu bearbeiten als ein Unternehmen mit:

  • EU-Kunden,
  • innergemeinschaftlichen Lieferungen,
  • Reverse-Charge-Sachverhalten,
  • Drittlandsgeschäften,
  • mehreren Umsatzsteuerregistrierungen,
  • OSS,
  • komplexen Marktplatzabrechnungen oder
  • ausländischen Betriebsstätten.

Dazu können zusätzliche Meldungen wie Zusammenfassende Meldungen kommen.

Der Preis steigt hier nicht unbedingt deshalb, weil jede Buchung wesentlich länger dauert. Oft entsteht zusätzlicher Aufwand durch Prüfung, Abstimmung und steuerliche Beurteilung.

Vier Modellfälle: Was könnte die Betreuung tatsächlich kosten?

Die folgenden Beispiele sind keine Angebote und keine offiziellen Durchschnittswerte. Sie sollen zeigen, wie aus einzelnen Leistungen eine realistische Jahresrechnung entstehen kann.

Fall 1: Freelancer mit sehr einfacher Struktur

Angenommen:

  • Einzelunternehmen
  • keine Mitarbeiter
  • etwa 30–50 Buchungen im Monat
  • ein Geschäftskonto
  • kaum Auslandssachverhalte
  • Belege sauber digital vorbereitet
  • laufende Buchhaltung weitgehend selbst organisiert
  • Kanzlei übernimmt hauptsächlich E/A-Rechnung und Steuererklärungen am Jahresende

Öffentlich veröffentlichte Richtwerte für eine einfache Gewinnermittlung beginnen ungefähr bei 750 bis 800 Euro. Dazu können Steuererklärungen und gelegentliche Beratung kommen.

Eine realistische Größenordnung liegt daher bei ungefähr 800–1.500 € netto pro Jahr.

Wer nur sehr wenig Unterstützung benötigt, kann darunter liegen. Sobald die Kanzlei während des Jahres regelmäßig Buchhaltung oder Beratung übernimmt, bewegt man sich schnell darüber.

Fall 2: EPU mit laufender Buchhaltung und vierteljährlicher UVA

Jetzt ein etwas aktiveres Unternehmen:

  • 80–150 Buchungszeilen pro Monat
  • ein Bankkonto
  • ordentlich digitalisierte Belege
  • umsatzsteuerpflichtig
  • vierteljährliche UVA
  • keine Mitarbeiter
  • komplette laufende Buchhaltung durch die Kanzlei
  • E/A-Rechnung und Steuererklärungen am Jahresende

Für kleinere Buchhaltungen finden sich veröffentlichte Monatspreise ungefähr zwischen 75 und 150 Euro, je nachdem, wie viel vorbereitet wird und wie viele Buchungen tatsächlich anfallen. Allein daraus ergeben sich 900–1.800 € pro Jahr für die laufende Buchhaltung.

Dazu kommen Gewinnermittlung, Steuererklärungen und gegebenenfalls Beratung. Öffentlich angebotene Komplettbetreuungen, die laufende Buchhaltung, UVA, E/A-Rechnung, Steuererklärungen und laufende Betreuung gemeinsam abdecken, liegen ungefähr bei 1.500–3.000 € netto pro Jahr.

Warum ein Unternehmen eher bei 1.500 und ein anderes eher bei 3.000 Euro landet, lässt sich damit ziemlich gut erklären: Ein Bankkonto, 80 einfache Buchungen und vollständig aufbereitete Unterlagen verursachen weniger Aufwand als 150 Buchungen, Kreditkarte, PayPal, wiederkehrende Rückfragen und zusätzliche steuerliche Sonderfälle.

Fall 3: EPU mit höherem Buchungsvolumen

Nun wird das Unternehmen etwas komplexer:

  • 200–300 Buchungszeilen oder mehr pro Monat
  • Bankkonto
  • Kreditkarte
  • PayPal oder Stripe
  • monatliche UVA
  • EU-Kunden oder andere Auslandssachverhalte
  • eventuell ein Mitarbeiter
  • laufende Buchhaltung vollständig ausgelagert
  • regelmäßige Rückfragen und einige Beratungsstunden im Jahr

Bei diesem Volumen kann allein die Buchhaltung schnell 150–300 Euro monatlich oder mehr kosten. Das entspricht 1.800–3.600 € jährlich für die Buchhaltung.

Dazu kommen gegebenenfalls:

  • Lohnverrechnung,
  • E/A-Rechnung,
  • Steuererklärungen,
  • zusätzliche Meldungen und
  • echte steuerliche Beratungsstunden.

Eine Gesamtbelastung von ungefähr 3.000–5.000 € netto pro Jahr ist für einen solchen Fall daher durchaus plausibel. Bei umfangreichen Auslandsthemen oder deutlich höherem Belegvolumen kann sie auch darüber liegen.

Fall 4: Kleine GmbH mit drei Mitarbeitern

Bei einer GmbH kommen neben der laufenden Buchhaltung auch Bilanzierung, Jahresabschluss und in der Regel weitere formale Arbeiten hinzu. Nehmen wir an:

  • kleine GmbH
  • etwa 150–250 Buchungszeilen monatlich
  • ein bis zwei Bank- bzw. Zahlungskonten
  • laufende Buchhaltung
  • UVA
  • drei Mitarbeiter
  • Jahresabschluss und Bilanz
  • Körperschaftsteuer- und Umsatzsteuererklärung
  • einige Beratungsstunden im Jahr

Öffentlich verfügbare Komplettpreise für kleine GmbHs mit Buchhaltung, UVA, Bilanz und Steuererklärungen beginnen bei rund 2.000 Euro pro Jahr und reichen bei anderen Modellen bis etwa 5.000 Euro oder mehr.

Andere Kanzleien bieten umfassende GmbH-Pauschalen ab ungefähr 475 bis 650 Euro monatlich an. Das entspricht bereits rund 5.700 bis 7.800 Euro jährlich, abhängig vom konkreten Paket und Leistungsumfang.

Für drei Mitarbeiter kommen bei einfachen Lohnabrechnungen typischerweise nochmals ungefähr 600–1.250 € pro Jahr hinzu.

Für eine kleine GmbH mit einigen Mitarbeitern ist deshalb eine Größenordnung von ungefähr 4.000–8.000 € netto pro Jahr eine sinnvolle Orientierung.

Eine sehr kleine, digital organisierte GmbH mit wenigen Buchungen kann darunter liegen. Bei höherem Umsatz, vielen Buchungen, komplexer Personalverrechnung oder regelmäßigem Beratungsbedarf kann es deutlich mehr werden.

Der Stundensatz allein sagt erstaunlich wenig

Ein häufiger Fehler beim Vergleich von Steuerberatern ist, ausschließlich auf den Stundensatz zu schauen. Nehmen wir zwei Angebote:

  • Kanzlei A: 170 € pro Beratungsstunde
  • Kanzlei B: 220 € pro Beratungsstunde

Damit ist Kanzlei A noch lange nicht automatisch günstiger.

Zum einen erledigt der Steuerberater üblicherweise nicht jede Buchung persönlich. In öffentlichen Honorarübersichten sieht man deutlich, dass Kanzleien ihre Leistungen nach Qualifikation staffeln. Typische veröffentlichte Größenordnungen sind beispielsweise:

  • Buchhaltung: ungefähr 55–120 € pro Stunde
  • Bilanzierung bzw. qualifizierte Sachbearbeitung: häufig ungefähr 90–180 €
  • klassische Steuerberatung: häufig ungefähr 160–250 €
  • anspruchsvolle Spezialberatung: teilweise 300–400 € oder mehr

Zum anderen zählt die benötigte Zeit. Eine spezialisierte Kanzlei, die für einen Sachverhalt drei Stunden benötigt, kann trotz höherem Stundensatz günstiger sein als eine Kanzlei, die für dieselbe Aufgabe sechs Stunden braucht.

Pauschale oder Abrechnung nach Aufwand?

Beides kann sinnvoll sein.

Bei einer Zeitabrechnung bezahlt man die tatsächlich geleistete Arbeit. Das kann bei einfachen oder unregelmäßigen Mandaten günstig sein, macht die Jahreskosten aber schwerer vorhersehbar.

Eine Pauschale bietet mehr Planungssicherheit. Der Haken: „250 Euro monatlich" sagt allein fast nichts aus. In einer Pauschale könnten nur Buchhaltung und UVA enthalten sein. In einer anderen zusätzlich Jahresabschluss, Steuererklärungen, Bescheidprüfung und eine gewisse laufende Beratung.

Für einen vernünftigen Vergleich ist deshalb nicht die entscheidende Frage „Wie hoch ist Ihre Monatspauschale?", sondern:

„Was wird mich die gesamte Betreuung meines Unternehmens voraussichtlich über ein Jahr kosten – und was ist darin enthalten?"

Welche Informationen braucht eine Kanzlei für eine brauchbare Kostenschätzung?

Je genauer die Anfrage, desto realistischer kann das Angebot ausfallen. Hilfreich sind insbesondere:

  • Rechtsform
  • ungefährer Jahresumsatz
  • Zahl der Ein- und Ausgangsrechnungen bzw. Buchungszeilen
  • Bankkonten
  • Kreditkarten
  • PayPal, Stripe oder andere Zahlungsanbieter
  • Mitarbeiterzahl
  • UVA monatlich, vierteljährlich oder keine laufende UVA
  • Barumsätze
  • EU- und Drittlandsgeschäfte
  • verwendete Buchhaltungssoftware
  • Zustand der Belege und Unterlagen
  • Leistungen, die selbst erledigt werden
  • Leistungen, die vollständig an die Kanzlei ausgelagert werden sollen

„Ich habe ein EPU und brauche einen Steuerberater" reicht für eine vernünftige Kostenschätzung kaum aus. Eine Anfrage wie „Einzelunternehmen, rund 100 Buchungen im Monat, ein Geschäftskonto, vierteljährliche UVA, keine Mitarbeiter, digitale Belege und komplette laufende Buchhaltung inklusive Jahreserklärungen" gibt einer Kanzlei dagegen eine ziemlich gute Grundlage für ein Angebot.

Was sollte man bei zwei Angeboten wirklich vergleichen?

Wenn zwei Kanzleien unterschiedliche Preise nennen, sollte man prüfen, ob überhaupt dieselbe Leistung angeboten wird. Relevant sind insbesondere:

  • laufende Buchhaltung
  • UVA
  • Zusammenfassende Meldungen
  • Jahresabschluss bzw. E/A-Rechnung
  • Einkommen- oder Körperschaftsteuererklärung
  • Umsatzsteuerjahreserklärung
  • Lohnverrechnung
  • Bescheidprüfung
  • Kommunikation mit dem Finanzamt
  • laufende steuerliche Fragen
  • Software- und Datenhaltungskosten
  • Zusatzkosten für Sonderfälle

Erst wenn dieser Leistungsumfang vergleichbar ist, sagt auch der Preis wirklich etwas aus.

Fazit: Die Kosten sind unterschiedlich, aber grobe Preisspannen lassen sich angeben

Bei Steuerberaterkosten lautet die korrekte Antwort zwar immer ein Stück weit „es kommt darauf an". Das bedeutet aber nicht, dass man überhaupt keine Orientierung geben kann.

Für typische kleinere Unternehmen lassen sich anhand öffentlich verfügbarer österreichischer Honorare ungefähr folgende Größenordnungen ableiten:

  • Einfaches EPU mit viel Eigenleistung → etwa 800–1.500 € netto pro Jahr
  • EPU mit laufender Buchhaltung und UVA → etwa 1.500–3.000 € netto pro Jahr
  • EPU mit höherem Buchungsvolumen, mehreren Zahlungswegen oder zusätzlicher Beratung → etwa 3.000–5.000 € netto pro Jahr
  • Kleine GmbH mit laufender Buchhaltung, Jahresabschluss und einigen Mitarbeitern → etwa 4.000–8.000 € netto pro Jahr

Diese Spannen sind keine gesetzlichen Tarife und keine repräsentative österreichweite Preisstatistik. Sie sollen dabei helfen, Angebote grob einzuordnen.

Am meisten beeinflusst werden die tatsächlichen Kosten meist durch Buchungsvolumen, Qualität der vorbereiteten Unterlagen, Umsatzsteueraufwand, Mitarbeiter, zusätzliche Zahlungswege und die steuerliche Komplexität des Unternehmens.

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Nicht jede Kanzlei passt zu jedem Unternehmen – und auch Preise lassen sich nur sinnvoll vergleichen, wenn Leistungen und Schwerpunkte zusammenpassen.

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Quellen & Datengrundlage

Stand: August 2026. Die Preisbereiche in diesem Artikel wurden von Finscout aus öffentlich zugänglichen Honorar- und Preisangaben österreichischer Steuerkanzleien abgeleitet. Sie dienen der Orientierung und stellen weder einen gesetzlichen Tarif noch eine repräsentative Marktstatistik dar. Der Ratgeber ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung.

Offizielle Quellen: Wirtschaftskammer Österreich (WKO) · Unternehmensserviceportal/BMF (USP) · Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

Preisquellen: FINCONSULT · Enzinger Steuerberatung · Steuerexperten · eBuchhaltung · conSensio · Szabo & Partner · PPA Steuerberatung · Steuerberatung Weiss · Heschik Steuerberatung · Steininger Steuerberatung · YURA · Bürgmayr Consulting · Frühwirt · Maurer & Maurer

Die jeweils veröffentlichten Preise der genannten Kanzleien sind einzelne Marktbeispiele. Die im Artikel genannten Spannen wurden von Finscout aus mehreren dieser Preisangaben zusammengefasst.

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